
Die Elektromobilität in der Logistik steht unter Strom. Das aktuelle Marktumfeld fordert Unternehmen dabei mehr denn je: Steigende CO₂-Preise, strenge Regularien und der wachsende Nachhaltigkeitsdruck der Auftraggeber verändern den Spielraum für Flottenbetreiber spürbar.
Der Hebel für den Klimaschutz ist hierbei besonders groß, denn schwere Nutzfahrzeuge verantworten über ein Drittel der CO₂-Emissionen im Straßenverkehr, obwohl sie weniger als 8 % des Bestands ausmachen. Die Technik ist bereit für den Einsatz und die Marktdynamik nimmt zu: Bis 2035 wird die Zahl der E-Lkw in Europa voraussichtlich auf 350.000 Fahrzeuge steigen.
Doch die Umstellung des Fuhrparks ist weit mehr als ein reiner Fahrzeugwechsel. Erst das Zusammenspiel aus Infrastruktur, Energieverfügbarkeit und Depotmanagement schafft das Fundament für einen wirtschaftlichen Betrieb. Im Folgenden betrachten wir die zentralen Handlungsfelder für diesen Transformationsprozess.
Die ökonomischen Rahmenbedingungen im Straßengüterverkehr entfalten 2026 eine neue Dynamik. Während fossile Antriebe durch regulatorische Maßnahmen teurer werden, gewinnt die Elektromobilität an Kalkulierbarkeit:
Mit dem Markthochlauf elektrischer Nutzfahrzeuge verlagert sich die operative Priorität auf die Ladeinfrastruktur. Wer Ladeprozesse frühzeitig in die Logistikketten integriert, sichert die Verfügbarkeit der Flotte.
Digitale Systeme sind 2026 das Rückgrat der E-Logistik. Während manuelle Prozesse bei Einzelzugängen noch funktionierten, erfordert die skalierte Steuerung von Ladezuständen, Netzkapazitäten und Energiepreisen eine automatisierte, datengestützte Planung.
Elektromobilität ist das zentrale Instrument, um die CO₂-Bilanz in der Transportlogistik massiv zu verbessern. Elektrische Nutzfahrzeuge können je nach Einsatzprofil und Strommix die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus um etwa 34 % bis 69 % gegenüber dieselbetriebenen Fahrzeugen reduzieren. Unter günstigen Bedingungen mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien weisen Lebenszyklusanalysen sogar Einsparpotenziale von über 90 % aus (MDPI). Dies sichert nicht nur die Einhaltung regulatorischer Ziele, sondern stärkt auch die Positionierung im Wettbewerb, da Auftraggeber zunehmend Wert auf emissionsarme Lieferketten legen.
Auch jenseits von Transport und Logistik nimmt Elektromobilität 2026 weiter an Fahrt auf. Im Pkw-Markt lag der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge in Deutschland 2025 bei rund 19 Prozent der Neuzulassungen. Für 2026 rechnen Marktbeobachter*innen mit einem Anstieg auf rund 25 Prozent.
Parallel wächst die Ladeinfrastruktur deutlich: Europa verfügte Ende 2025 über etwa 1,2 Millionen öffentliche Ladepunkte, mit starkem Zuwachs bei Schnellladesystemen. Nach Einschätzung der International Energy Agency muss die Zahl der Ladepunkte bis 2030 weltweit auf über 15 Millionen steigen.
Zudem rückt die Integration von Elektromobilität ins Energiesystem stärker in den Fokus. Bidirektionales Laden, dynamische Stromtarife sowie die Kopplung mit Photovoltaik- und Speichersystemen gewinnen an Bedeutung.
Im Jahr 2026 ist die Elektromobilität fester Bestandteil des Logistikalltags. Die Entscheidung für elektrische Antriebe folgt heute einer klaren betriebswirtschaftlichen und strategischen Logik. Unternehmen, die den Übergang zu vernetzten und nachhaltigen Systemen strukturiert angehen, legen das Fundament für einen zukunftssicheren Betrieb.
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